Austin Healey Sprite – Oldtimer mit Gesicht


Aufgrund seiner auf der Fronthaube stehenden eingebauten Scheinwerfer und dem breiten, freundlich wirkenden, KĂŒhlergrill erhielt der 1958 auf den Markt gebrachte Austin Healey Sprite in Europa den Spitznamen „Froschauge“.

Ende 1951 hatten sich die britischen Marken Austin, MG, Morris, Riley und Wolsley zu der BMC (British Motor Company) zusammengeschlossen. An der Spitze stand Leonard Lord, ein VisionĂ€r und ehemaliger Mitarbeiter bei Austin. An seiner Seite stand Donald Healey, ehemaliger Rennfahrer und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Donald Healey Motor Company, die von 1952 bis 1959 in Warwick fĂŒr BMC Austin Healey Fahrzeuge fertigte. 1952 hatte Lord auf der London Motor Show den Prototypen des Healey 100 gesehen und erwarb umgehend die exklusiven Rechte an diesem Modell.

Mit dem Austin Healey hatte BMC einen gehobenen Sportwagen, mit dem MAG einen Sportwagen fĂŒr die Mittelklasse. Lord wollte zeitgleich aber auch einen kleinen Westentaschen Sportwagen  fĂŒr das kleine Portemonnaie. In Groß Britannien zu dieser Zeit eine MarktlĂŒcke. Donald Healey und sein Designteam nahmen sich dieser Aufgabe an und hatten auch bereits 1957 einen Prototypen fertig.

Im Mai 1958 ging der neue Austin Healey Sprite MK1 in Serie. Die Bezeichnung „Sprite“ ist gleichbedeutend mit dem Begriff „Kobold“ oder „Zwerg“ und beschreibt bereits grundlegend die Eigenschaften dieses Kleinst-Sportwagen. Mit seinen 3,50 Metern ist der Sprite Ă€ußerst kompakt. Dennoch finden auch zwei groß gewachsene Personen sehr leicht Platz. Selbst der Kofferraum bietet ausreichend Platz fĂŒr das ReisegepĂ€ck.

 

 

UrsprĂŒnglich waren an der Front Klappscheinwerfer geplant, doch diese wĂ€ren in der Produktion zu teuer gewesen. Denn um den Sprite gĂŒnstig anbieten zu können, mussten auch alle Produktionskosten heruntergefahren werden. So basiert der Austin Healey Sprite auf einer selbstragenden Karosserie mit Motor, Getriebe und VorderradaufhĂ€ngung aus dem Austin A35.  Lenkung und Bremsen stammen aus dem Morris Minor und auch weitere Bauteile wurden aus den Serienmodellen der BMC modular eingesetzt. Auch am Armaturenbrett erkennt man den sparsamen Einsatz an Materialien. Es ist schlicht und enthĂ€lt gerade einmal die nötigsten Anzeigen.

Doch auch wenn Lord ein besonderes Augenmerk auf die kostenreduzierende Produktion legte, kann sich der kleine Sportler im realen Straßenverkehr durchaus sehen lassen. Mit seinem 950ccm Vierzylinder-Reihenmotor und den 42,5 PS bei 5000 U7min  erreicht der Sprite durchaus eine Höchstgeschwindigkeit von knappen 130 km/h. Denn mit seinem Leergewicht von nur 650 KG ist der Sprite ein echtes Leichtgewicht.

Viele der 38.999 zwischen 1958 und 1961 gebauten Austin Healey Sprite MK1 wurden mit Kunststoffhauben ausgestattet und erfuhren Modifikationen an Motor und Fahrwerk, um sie dann auf den in England beliebten Querfeldeinfahrten (Trials), Bergrennen und auf der Rennstrecke einzusetzen.