Chevrolet Fleetmaster 1946 – Luxus-Nachkriegs-Limousine


Auch wenn seine Ausmaße heute eher an eine große Luxuslimousine erinnern, galt der Chevrolet Fleetmaster in den Chevrolet Verkaufshallen zunĂ€chst als Mittelklassewagen. Doch 1946 nach dem Krieg deklarierte Chevrolet dieses Modell zum Spitzenmodell. Es war der Nachfolger des Vorkriegsmodells Chevrolet Special DeLuxe.

Sehen Sie hier das exklusive Video ĂŒber den Chevrolet Fleetmaster Baujahr 1946

 

 

Wer sich einen Chevrolet Fleetmaster zulegte, brauchte eine große Garage, denn mit seinen 5023 mm und einem Radstand von 2946 mm braucht die 4 tĂŒrige Limousine ordentlich Platz. Der Innenraum bietet jedem Fahrgast bequem Beinfreiheit. Die Sitze sind sehr gut gefedert und dĂ€mpfen selbst bei ungĂŒnstiger Straßenlage jedes Schlagloch. Fahrkonmfort, den man nicht nur auf Nachkriegsstraßen zu schĂ€tzen wusste.
Der Reihensechsylinder unter der Motorhaube ist extrem laufruhig. Im Stand hört man sein leises schnurren kaum, doch er zeigt sein Temperament, sobald das Gaspedal betÀtigt wird. Die 90 PS bei 3300 U/min bringen den knapp 1,5 Tonnen schweren Wagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 140 km/h.
Das hier gezeigte Chevrolet Fleetmaster Modell von 1946 stammt aus dem belgischen General Motors Montage-Werk in Antwerpen. Die Teile fĂŒr die Montage wurden aus den USA geliefert. Einige Details verraten die hollĂ€ndische Abstammung wie beispielsweise die seitlich an der A-SĂ€ule montierten Blinker, die den damaligen europĂ€ischen Sicherheitsauflagen entsprachen. Deutlich erkennbar ist auch bei den europĂ€ischen Modellen auch der erhöhte Anteil an Chromverzierungen. Aber auch im Innenraum findet man Hinweise. Die Tacho-Uhr zeigt anstatt den in USA ĂŒblichen Meilen bei den europĂ€ischen Modellen Kilometer an. Die Sitze und Verkleidungen sind mit Cadillac Velours ausgestattet. Auf der KĂŒhlerhaube ist die Zeppelinförmige KĂŒhlerfigur an der Spitze abgeschnitten. Eine Folge deutscher Sicherheitsauflagen in den 70er Jahren.

Äußerlich erkennbar ist das 1946er Modell am KĂŒhlergrill, der drei durchgehende Lamellen ohne Mittelstrebe aufweist. Bei VorgĂ€nger- und Folgemodellen ist diese zu finden zu finden. Auf der Front der Motorhaube prunkt bei dem 46er Modell das Cadillac Emblem mit den beiden stehenden Schwingen.

AuffĂ€llig modern fĂŒr die damalige Zeit sind die an der A-SĂ€ule aufgehĂ€ngten VordertĂŒren. Viele europĂ€ische Fahrzeuge hatten damals noch an der B-SĂ€ule montierte TĂŒren, auch als SelbstmördertĂŒren bekannt. Mit zur Ausstattung gehörten die ĂŒber der zwei-geteilten Frontscheibe angebrachte Sonnenblende und die Chromblenden ĂŒber den Frontscheinwerfern. SerienmĂ€ĂŸig war auch der Suchscheinwerfer, den der Fahrer zum Suchen der Hausnummern von innen aus bedienen konnte.

Geschaltet wird das 3-Gang-Getriebe des Chevrolet Fleetmaster ĂŒber den Schalthebel am Lenkrad gewĂ€hlt. Dabei ist das Armaturenbrett ein echter Blickfang – auch wenn es nach heutigen Gesichtspunkten nicht ergonomisch ist, da die Bedienelemente ĂŒber die gesamte Breite verteilt sind. Aber wen stört, dass der Blinkschalter in der Mitte sitzt, wenn der Chrom so wunderbar blitzt.