Dream-Team: VW KĂ€fer 1500 Cabrio & Wohnwagen


Ab 1966 rĂŒstete das OsnabrĂŒcker Karosseriebau-Unternehmen Karmann die Volkswagen Cabriolets mit einem leistungsstĂ€rkeren Motor aus. Dabei kam auch der vom Typ 3 adaptierte 1500er Motor zum Einsatz. Ab 1967 bekamen die Cabriolets auch Ă€ußerlich ein deutliches Facelift. Die KotflĂŒgel wurden bauchiger, die Frontscheinwerfer wurden senkrecht gestellt und die neuen stabileren Stoßstangen, auch liebevoll „Eisenbahnschweller“ genannt, kamen zum Einsatz. Die Gesamtform wurde kastenförmiger und verlor das Rundliche der frĂŒhen KĂ€fer Cabriolets.bild30Auch fĂŒr die Sicherheit wurde einiges getan. Fortan hatten die KĂ€fer eine Zweikreis-Bremsanlage, Befestigungspunkte fĂŒr Dreipunkt-Sicherheitsgurte, einklappbare Außenspiegel und eine SicherheitslenksĂ€ule, die im Falle eines Aufpralls nachgibt.

Das hier gezeigte Volkswagen 1500 Cabriolet von Karmann befindet sich noch in einem sehr gut erhaltenen Originalzustand. Es wurde im August 1968 laut Originalpapieren an einen Domkapitular in Bad Tölz ausgeliefert. Dieser hatte sich bewusst das Fahrzeug in der Farbe „Lotusweiß“ bestellt, da ein ortsansĂ€ssiger Arzt bereits ein schwarzes KĂ€fer Cabriolet fuhr. Nach etwa zehn Jahren hatte der Erstbesitzer das Fahrzeug bei dem VolkswagenhĂ€ndler in Bad Tölz in Zahlung gegeben. Dort wurde das Fahrzeug trocken abgestellt und nur zu Ausstellungszwecken herausgeholt.

Erst 2002 wurde das Volkswagen 1500 Cabriolet an seinen jetzigen Besitzer weiter verkauft. Zuvor wurde es noch technisch komplett ĂŒberholt, aber in seiner OriginalitĂ€t blieb das Fahrzeug unberĂŒhrt. Bis auf kleine Lackausbesserungen und montierten automatischen Sicherheitsgurten ist das Fahrzeug auch heute noch in seinem unrestaurierten Originalzustand. Die Motorhaube ziert eine Nachbildung eines Graffitis, das einst an der Klostermauer am Kapuzinerkloster in MĂŒnchen zu sehen war.

Unter der Motorhaube wirkt der luftgekĂŒhlte 1,5 Liter Vierzylinder-Boxermotor mit einer Leistung von 44 PS bei 4000 U/min. Diese Leistung ermöglicht es auch, durchaus genĂŒgend Zugkraft fĂŒr den angehĂ€ngten Constructam „Condor“ Wohnwagen von 1969 aufzubringen. Es ist das kleinste Modell des belgischen Herstellers Constructam. Das Besondere an diesem Karavan Aufbau ist die bis zu den Fenstern hochgezogene Rahmen Konstruktion des Unterbaus aus kaltgebogenen Stahlprofilen die mit 1mm starken Aluminium Blechen verkleidet ist. Über diesen Rahmen ist ab der Höhe der Fenster eine Kunststoffhaube gesetzt, die komplett aus einem StĂŒck besteht. Damit ist der Wohnwagen absolut Wasserdicht, da an keiner Stelle das Wasser unter die Außenhaut dringen kann. Gelagert ist der Caravan auf einer unabhĂ€ngigen RadaufhĂ€ngung der Deutschen Firma „Porsche-Hahn“. Die mechanische Auflaufbremse ist besonders weich und es kommt beim leichten Bremsen oder Auflaufen des AnhĂ€ngers nicht zum Rucken.

Der Innenraum ist gerĂ€umig und komplett ausgestattet. Die EingangstĂŒre ist zweigeteilt. Nur die gebogene Frontscheibe ist aus Plexiglas gefertigt, alle weiteren Scheiben sind aus gehĂ€rtetem Sicherheitsglas.

Zusammen bilden das Volkswagen 1500 Karmann Cabriolet und der Constructam „Condor“ Caravan ein perfektes Gespann.

Text: Kay Mackenneth