Fiat 600 Elaborazione Frua


Der italienische Automobil-Designer Pietro Frua zĂ€hlte zu den wichtigsten Karosseriedesignern der 50er und 60er Jahre. Zu seinen Design-Highlights gehören der Glas GT, Maserati Mistral, Renault Floride, aber auch EinzelstĂŒcke wie der Lamborghini Faena.


Auch die nur zweimal gebauten Fiat 600 (Seicento) Elaborazione Frua Baujahr 1956 wurden von Frua entworfen und umgebaut. Der seitlich am Fahrzeug angebrachte Schriftzug „Elaborazione“ bedeutet aus dem Italienischen ĂŒbersetzt „Verarbeitung“. Fahrzeuge mit diesem Schriftzug weisen darauf hin, dass eine Karosserie umgebaut wurde. Heute wĂŒrde man es als „Custom Design“ oder „Tuning“ bezeichnen. Das hier gezeigte Fahrzeug ist das letzte ĂŒberlebende Exemplar und sehr original erhalten. Aufgebaut wurde dieses EinzelstĂŒck auf dem Fiat 600 aus der ersten Serie. Der 644 ccm Reihen-Vierzylinder-Motor im Heck des Fahrzeugs leistet ca. 18 PS. Damit erreichte das kleine elegante Sondermodell rund 100 km/h.
Das Chassis und der Radstand sind unverĂ€ndert. Lediglich die Karosserie wurde modifiziert. AuffĂ€llig ist vor allem die Front des Italieners. Eine kleine Öffnung mit einem gestanzten Blech und zwei strahlenförmigen Chromelementen, Ă€hnlich einer KĂŒhlermaske, wurde an der Front integriert. In der Mitte prangt ein Zusatzscheinwerfer. Rundherum nochmals ein wulstiger Chromrahmen. An der Spitze der Kofferraumhaube sitzt eine KĂŒhlerfigur mit langgezogenen Schwingen. Auf den zeitgenössischen Originalbildern erkennt man, dass auf den vorderen KotflĂŒgeln eine Ă€hnliche Verzierung die Blinker hĂ€lt. Leider sind diese beiden Zierelemente ĂŒber die Jahre verschollen gegangen. Die Stahlfelgen des Fiat 600 sind bei dem EinzelstĂŒck speziell angefertigt. Pietro Frua hat sie fĂŒr eine bessere KĂŒhlung der Bremsen rundum mit einem Muster gestanzt.
Die auffĂ€llige zweifarbige Lackierung des Frua Seicento entspricht dem Original und wurde vor etwa 25 Jahren nachlackiert. Entsprechend dazu ist auch das original erhaltene Interieur auf die Farbgestaltung der Außenhaut angepasst. Das Interieur zeigt sich luxuriöser als beim serienmĂ€ĂŸigen Fiat 600. Die Frontsitze sind mit einer schalensitzförmigen RĂŒckenlehne fĂŒr den besseren Seitenhalt ausgestattet. An den TĂŒrblĂ€ttern sind beidseitig Kartenhalter aus Kunststoff montiert, die eine zusĂ€tzliche Ablagemöglichkeit bieten. Am Armaturenbrett findet sich ein ZigarettenanzĂŒnder und an der Decke des Innenraums und im vorderen Bereich der Kabine ein Licht, das auch angeht wenn die TĂŒren geöffnet sind. Die vorderen TĂŒren sind anstatt mit Dreiecksfenstern mit Schiebfenstern ausgestattet. Im Fall einer Panne im Dunklen der Nacht, befindet sich auch im Motorraum eine kleine Lampe am Heckdeckel.
Lange Strecken kann der Fahrer mit dem eingebauten mechanischen Tempomat genießen. Der Fiat 600 Elaborazione Frua ist ein wertvoller Zeitzeuge italienischer Designgeschichte.