Jensen-Healey: Sportwagen mit Lotus-Herz


Vereinigungen berĂŒhmter Namen gab es in der Automobilgeschichte immer wieder. Rolls und Royce, Mercedes und Benz sind gĂ€ngige Beispiele dafĂŒr. Weniger bekannt ist das Produkt des Zusammenschlusses von Jensen und Healey.

Sehen Sie hier das exklusive Video ĂŒber den Jensen Healey, ein Oldtimer mit Lotus Herz.

Das blaue Blut des Britischen Sportwagens gesellte sich zum damals neusten Standard automobiler Ingenieurskunst. „Es ist schon eine ganze Weile her, seit wir von Herzen gelacht haben aus lauter Lust am Fahren, wie es uns beim Jensen-Healey erging,“ berichtete die Zeitschrift Motor Trend im Februar 1973 begeistert.

PrĂ€sentiert wurde der Jensen-Healey der Öffentlichkeit 1972. Vorangegangen war die BemĂŒhung des US-Importeurs Kjell Qvale nach einem neuen ‚Volumenmodell‘ anstelle des auslaufenden Austin Healeys-Modells, dessen Karosserien bisher als Auftragsarbeit im Jensen Motors Werk West Bromwich gebaut wurden. Qvale sah seine Chance: Warum nicht selbst bauen, selbst vermarkten und die Fahrzeuge selbst verkaufen?
Auf der Suche nach dem passenden Motor kam Qvale mit Lotus Boss Colin Chapmann ins GeschĂ€ft. Nach einigen Startschwierigkeiten, die den Jensen Healey Mark I. mit dem Ruf der UnzuverlĂ€ssigkeit belegten, startete man 1973 nochmals durch mit der ĂŒberarbeiteten Mark 2 Motorversion.


Die Karosserieform erinnert an der Front stark an die Verwandtschaft zu Lotus. Keinerlei Chrom oder Holz zierten das Interieur. Als Motor kam ein Lotus 907 Vierzylinder mit 1973 ccm Hubraum zum Einsatz. Zwei obenliegende Nockenwellen und 16 Ventile zeichneten diesen Motor aus. FĂŒr die Gemischaufbereitung sorgten in Europa zwei DellÂŽOrto Vergaser, wĂ€hrend in den USA zwei Strombergvergaser eingesetzt wurden. Das drehfreudige und leistungsstarke Aggregat bringt den Sportler leicht auf eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Die ab 1974 erhĂ€ltliche Mk2 Version war mit grĂ¶ĂŸeren StoßfĂ€ngern ausgestattet, die den amerikanischen Sicherheitsauflagen angepasst waren und der Innenraum wurde nun mit Holzapplikationen verschönert. Nach Jensen-Standard war der Jensen-Healey ein Massenprodukt. Erst einen Monat vor Produktionsende des Mk1 gab es die Möglichkeit schwarzes Vinyl zu ordern. Ab 1973 konnte extra ein Hardtop bestellt werden. Variationen gab es sonst – außer in der Farbgebung – keine.
In Deutschland ist der zweisitzige Sportwagen mit seinem einfachen Stoffverdeck und der reduzierten Innenausstattung eine Seltenheit. Nur 29 der insgesamt 11.014 hergestellten Jensen Healeys wurden nach Deutschland, weitere 55 Exemplare in die Schweiz verkauft.
„Mit diesem Sportwagen erwerben Sie mit jedem Inch einen echten Jensen“ – versprach der Verkaufsprospekt „mit Ausnahme des Preisschildes.“