Matra 530 LX – Oldtimer mit dem Flair einer Rakete


Auf dem Genfer Automobilsalon debutierte der Matra 530, ein Sportwagen mit Mittelmotor. HĂ€ufig wird der Oldtimer auf Grund seines futuristischen Designs viel jĂŒnger geschĂ€tzt, als er eigentlich ist. 2012 feierte der Klassiker seinen 45.Geburtstag.

Sehen Sie hier das exklusive Video ĂŒber den Matra 530 LX in der revised Edition.

Die französische Firma MĂ©canique Avion TRAction, kurz Matra, beschĂ€ftigte sich zunĂ€chst im Flugzeug- und RĂŒstungsbau und in der Kunststoffverarbeitung. Im Jahr 1960 schluckte das Firmen-Imperium den Automobilhersteller RenĂ© Bonnet. Die Herstellung von Rennwagen und Kleinserien Sportwagen begann.

ZunĂ€chst wurde der Djet von RenĂ© Bonnet nach der Übernahme weitergebaut, aber bereits 1967 stellte man auf dem Genfer Automobilsalon den Matra 530 vor, benannt nach der Luft-Luftrakte des Unternehmens: Ein Sportwagen-CoupĂ© mit Mittelmotor und einer Karosserie aus Kunststoff auf einer Bodengruppe aus einem geschweißten Stahlblech-Rahmen. Diese Bauweise weisen alle Matra Modelle auf.

Der Matra 530 polarisierte die GemĂŒter. Viele empfanden das Design als futuristisch, andere sprachen von einem Missgriff. Sicherheitstechnisch aber ĂŒberbot der Matra 530 den Djet um eine Vielzahl an Neuerungen: Scheibenbremsen vorne und hinten und ein ausgereiftes Sicherheitsprogramm mit Knautschzonen, zeugte auch von der Umsetzung der Erfahrungen aus dem Rennsport. Das Raumangebot im Inneren des Fahrzeuges wurde deutlich verbessert und signalisierte die Abkehr vom reinen Sportwagen zum Reisewagen als 2 + 2-Sitzer.

Der 530 A lief zunÀchst mit einem 1,7 Liter Ford V-4 Motor vom Band. 1968 hob man die Leistung des Motors deutlich an und bot zusÀtzliche Sonderausstattungen an.

Auffallend ist das ovalförmige Lenkrad, das das Einsteigen erleichtern soll, aber anfangs gewöhnungsbedĂŒrftig ist.
Der Motor sitzt als Mittelmotor kurz hinter der RĂŒcksitzbank, aber vor der Hinterachse. Zugang zum Motor erhĂ€lt man ĂŒber die hochklappbare Heckscheibe. Der Matra 530 ist eines der wenigen Fahrzeuge mit zwei KofferrĂ€umen: einen vorne und einen zweiten hinten.

Das Fahrwerk besteht aus einer EinzelradaufhĂ€ngung hinten und vorne. Hinten wird die RadaufhĂ€ngung getragen ĂŒber Dreieckslenker mit Schraubenfedern und TeleskopstoßdĂ€mpfern, vorne ebenfalls ĂŒber Schraubenfedern und TeleskopstoßdĂ€mpfer.

Mit ein paar Handgriffen lÀsst sich der Matra 530 LX in ein lÀssiges Cabrio verwandeln, wenn man die beiden Dachteile abnimmt.

Angeblich war es die niedrige Motor- und Fahrleistung und der zu hohe Preis, die den Absatz des Matra 530 stark bremsten. Aber auch der schwankende QualitĂ€tsstandard dĂŒrfte zum RĂŒckgang des Absatzes gefĂŒhrt haben.

Die Matra-Produktpalette wurde 1971 durch den vereinfachten und gĂŒnstigeren Matra 530 SX ergĂ€nzt, der eine jĂŒngere Kundschaft anspechen sollte. Im Jahr 1973 wurde die Produktion des Matra 530 und des 530SX eingestellt.

 

Technische Daten Matra 530 LX:

Mittelmotor: Vierzylinder Viertaktmotor, 60° geneigt in V-Anordnung, in der Mitte des Wagens vor der Hinterachse eingebaut.

Hubraum 1699 ccm, Bohrung 90 mm

Hub 66,80mm

Verdichtung 9:1

Leistung max 72 DIN-PS bei 5200 U/min

Max Drehmoment 12,4 mkg bei 3000 U/min

Solex Doppelvergaser Typ 34 TDID

WasserkĂŒhler vorne angeordneter KĂŒhler u. Ventilator, autom. Gesteuert

Batterie 12 Volt

Lichtmaschine Drehstrom

Kupplung hydraulisch, Einscheiben-Trockenkupplung

Getriebe vollsynchronisiert, 4-Gang

Antrieb Hinterradantrieb

Karosserie Bodengruppe aus geschw. Stahlblech mit fest verschr. Kunststoff-Karosserie aus Epoxyharz

Gewicht leer: 935 kg, zul. Gesamtgew. 1250 kg

Fassungsvermögen Tank: 43 Liter
Motor: 3,5 Liter
Getriebe: 3,2 Liter
KĂŒhler: KĂŒhlsystem mit Heizung: 10 Liter
Hinterer Kofferraum 215 Liter

Farben sonnengelb und javarot

Versionen CoupĂ© oder Cabrio mit abnehmbarem Dach und ÜberrollbĂŒgel

Abmessung LÀnge: 4197 mm, Breite 1620 mm, Radstand: 2560 mm, Höhe 1200 mm, Bodenfreiheit 140 mm, Spurweite vorn 1340 mm,