Opel GT – Bezahlbare, sportliche Design-Schönheit


Wahrscheinlich gibt es keinen anderen Oldtimer, dessen Werbeslogan sich so verselbstĂ€ndigt hat, wie der, den findige Texter einst fĂŒr den Opel GT gemacht haben: Nur Fliegen ist schöner.

Sehen Sie hier das exklusive Video ĂŒber den Opel GT

Was bis heute als Synonym fĂŒr guten Sex, gelungene Autofahrten, Plattencover und zigfach als Titel ĂŒber unzĂ€hligen Zeitungs-Artikeln verwendet wurde, beschrieb was einst der Prototyp des Opel GT auf der IAA 1965 in Frankfurt auslöste: pure Emotion.
UrsprĂŒnglich war der „Experimental-GT“ eine Studie, ein Prototyp fĂŒr Hochgeschwindigkeitstests. Doch das Echo von Publikum und Presse auf die hinreißende Linie des Opel GT war ĂŒberwĂ€ltigend. Bereits drei Jahre spĂ€ter, am 12. September 1968 verließ der erste Serien-GT das Fließband in Bochum. Das Coke Bottle Design mit der Anmutung einer kleineren Corvette begeisterte: aufregend weibliche Kurven, schmale Taille, flacher Bug, ausladende KotflĂŒgel, Ducktail-Heck und außergewöhnliche Klappscheinwerfer.

Der GT ist ein EuropĂ€er. Das Stammwerk in RĂŒsselsheim ist mit der Produktion des Kadett B ausgelastet, der Auftrag fĂŒr die Press- und Schweißarbeiten der Blechteile sowie Lackierung und Innenausstattung geht an die französischen Karosseriebauer Chausson und Brissoneau & Lotz. In Bochum werden Fahrwerk und Motor montiert.

Im Erscheinungsjahr stehen zwei Motorenvarianten zur Auswahl. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Opel GT 1900 mit starken 90 PS und einem 1,9 Liter Aggregat. Er vermittelt sportliches FahrgefĂŒhl bei einer Beschleunigung von Null auf 100 in 10,8 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h wĂ€hrend die 60 PS-Variante doch eher gemĂŒtlich anmutet im Vergleich zur rasanten Karosserie. SerienmĂ€ĂŸig wird der GT mit einem Viergang-Getriebe ausgestattet. Die EuropĂ€er lieben die sportlichere Gangschaltung, wĂ€hrend der bequemere amerikanische Autofahrer die Dreigang-Automatik bevorzugt.

Technisch basiert der Opel GT auf dem B-Kadett, mit dem er das Fahrwerk und auch Motoren gemein hat. Die Plazierung des Motors hinter der Vorderachse, trĂ€gt zur besseren Gewichtsverteilung bei und sorgt fĂŒr die optimale Straßenlage des Opel GT. Ein Vorteil, der ihn gegenĂŒber seinem Vorbild, der leicht ausbrechenden Corvette, auszeichnet.

In den Jahren, die zwischen den ersten Designskizzen, der Vorstellung der Studie auf der IAA und der Produktion liegen, wird an der Form des zweisitzigen SportcoupĂ©s gefeilt. Schließlich wirkt der Serienwagen kompakter, muskulöser und voller Spannung. Im Inneren herrscht funktionale Ästhetik. Der kleine SchaltknĂŒppel liegt in der Hand wie ein Faustkeil.

Von der „kleinen, feinen Corvette“ made in Germany, die am Ende den US-Sicherheitsvorschriften in Sachen großer StoßfĂ€nger nicht mehr entsprechen wollte, wurden 103.463 Exemplare gebaut.