Portrait – Humber: Der Rolls Royce des armen Mannes


Könige und Königinnen liebten ihn und auch Premier Minister. Jedenfalls zu Zeiten, als Humber zu einer der Lieblingsmarken Britischer Aristrokraten und des Geld-Adels gehörte. König George der VI bestellte nach dem 2. Weltkrieg gleich 47 Exemplare, die an die Britischen Botschafter in alle Herren LÀnder geschickt wurden und dort als Dienstfahrzeuge fungieren sollten.

Sehen Sie hier das exklusive Video ĂŒber den Oldtimer „Humber 16-50“ .

Es gab Zeiten, da konnte es Humber durchaus mit Rolls Royce aufnehmen, was QualitĂ€t und Verarbeitung anbetraf – einzig der Preis war wesentlich gĂŒnstiger. Das brachte dem Humber auch den Beinamen „The poor man’s Rolls Royce“ – ‚der Rolls Royce des armen Mannes‘ ein. WĂ€hrend rund 80 Prozent aller gebauten Rolls Royce die Fahrt ins 21. Jahrhundert schafften, ist es indes beim Humber gerade mal ein Fahrzeug pro 100 hergestellter Automobile.

Besonders in unseren Breitengraden findet man den Humber höchst selten. Ein eindrucksvolles Modell ist das hier gezeigte Modell 16-50, das von 1930 bis 1932 gebaut wurde. Die Bezifferung 16/50 steht fĂŒr die Steuerkategorisierung- 16 bhp bezeichnen die Steuer PS und die Zahl 50 die tatsĂ€chlichen 50 bhp Leistung. Diese gerĂ€umige Limousine ist ein schönes Beispiel fĂŒr die Hochwertigkeit der Humbers. Angetrieben wird der Humber 16/50 durch einen Reihen-Sechs-Zylinder Motor mit 2110 ccm und einer Leistung von 50 bhp. Damit erreicht die Limousine eine Reisegeschwindigkeit von ca. 100 km/h. Vor allem bei langen Strecken bewĂ€hrt sich der Komfort des Humber 16/50. Über ein 4-Gang Getriebe wird die Kraft auf die Hinterachse gebracht.

Der Innenraum ist sehr gerĂ€umig und bequem mit Ledersitzen ausgestattet. Das große Schiebedach sorgt fĂŒr ein sonniges Cariolet GefĂŒhl.

Die Geschichte von Humber beginnt – wie viele Geschichten spĂ€terer Automobilbauer – mit einer kleinen Fahrradfabrik. Thomas Humber hatte sie 1868 im kleinen englischen Beeston, vor den Toren Nottinghams gegrĂŒndet . 1898 baute Humber das erste per Motor betriebene Dreirad und stieg damit in den Motorradbau und ab 1901 auch in den Automobilbau ein. Anfangs war das Angebot an Humbers kaum ĂŒberschaubar und reichte vom kleinen gĂŒnstigen Volksfahrzeug „Humbrette“ bis zu den luxuriösen 6-Zylinder Beeston Humber Limousinen. Einen schönen Überblick ĂŒber die Vielfalt der Humbers gewinnt man im einzigen Museum, das sich der Marke widmet, in Hall. Dort hĂ€lt Museumsbesitzer Alan Marshall die Erinnerung an diese einst hoch angesehene Marke am Leben, denn nach finanziellen Turbulenzen wurde in den spĂ€ten 70er Jahre der letzte Humber gebaut. 1913 galt Humber als der 2. grĂ¶ĂŸte Automobil-Hersteller Englands.

Eine gewisse BerĂŒhmtheit erlangte der Humber 16/50 auch durch die Filmauftritte in dem Spielfilm „die Mumie“ und „Churchill – Die Hollywood Jahre“.