Portrait – Mercedes 300 SL


„Der Sportwagen der Zukunft ist Wirklichkeit geworden“ schrieb die Zeitschrift „Road & Track“ als der neue Mercedes 300 Sl seinerzeit vorgestellt wurde. Das ist inzwischen 60 Jahre her – doch der Mythos, den der Sportwagen fĂŒr die Marke Mercedes Benz begrĂŒndet hatte, ist ungebrochen. 1999 erhielten der 300 SL FlĂŒgeltĂŒrer und der Roadster auch außerdem die Auszeichnung „Sportwagen des Jahrhunderts“.

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PrĂ€sentiert wurde der 300 SL, der werksintern unter der Bezeichnung W198 lief, erstmals 1954 auf der International Motor Show in New York. Aufgrund der zahlreichen Rennerfolgen, die Mercedes mit dem Rennsportwagens W194 erzielt hatte, war der Ruf nach einem Mercedes Sportwagen groß geworden. In Sindelfingen wurde gehandelt und die Serienfertigung des 300 SL begann schließlich im August 1954. Der Verkaufs-Preis lag bei damals enormen 29.000 DM.


Die Zahl 300 steht fĂŒr ein Zehntel des Hubraums in Zehntel gemessen, denn mit seinen 2996 ccm, dem Reihensechzylindermotor und 215 PS bei 5800 U/min bringt es der FlĂŒgeltĂŒrer auf beachtliche 260 km/h. Seine Beschleunigung von 0 – 100 km/h liegt bei 10 sec. Damit der Motor unter der flach gehaltenen Haube Platz fand, musste er um 45 Grad seitlich geneigt werden. Auch dies war eine NovitĂ€t in der Serienproduktion.
Dieses elegante Sport-CoupĂ© mit den legendĂ€ren FlĂŒgeltĂŒren basiert auf einem extrem verwindungssteifen Gitterrahmen, der weit bis ĂŒber die Flanken reicht. Dies ist der Grund, weshalb keine herkömmlichen TĂŒren eingesetzt werden konnten und die auffĂ€lligen FlĂŒgeltĂŒren erstmals zum Einsatz kamen. Im englischen Sprachbereich wird das 300 SL CoupĂ© daher auch „Gullwing“ – MöwenflĂŒgel – genannt.
Die Karosserie des Sl besteht weitgehend aus hochwertigem Stahlblech. Motorhaube, Kofferraumklappe, Schweller und die TĂŒrhaut wurden jedoch aus Aluminium gebaut. Einige wenige Exemplate wurden auf Kundenwunsch mit einer um 80 Kilogramm leichteren Leichtmetallkarosserie gebaut. Der Gitterrohrrahmen im Serienwagen wiegt nur 82 Kilo, das gesamte Fahrzeug bringt es inklusive Reserverad, Werkzeug und Treibstoff auf insgesamt 1295 Kilo.
Der Innenraum des 300 SL ist sportlich gediegen – elegant und mit dem gewissen Understatement ausgestattet, das der damaligen Zeit eigen war.

Im MĂ€rz 1957 stellte Mercedes den 300 SL als Roadster (W 198 II) vor. Der amerikanische Markr hatte voll Spannung auf dieses Fahrzeug gewartet. Zwar erreichte der 300 SL Roadster nie den Kultstatus seines VorgĂ€ngers, aber im Hinblick auf Alltagstauglichkeit und Spaßfaktor ist er fĂŒr viele Oldtimerfans heute die bessere Wahl. In Form und Schönheit sind beide Modelle perfekt und erhielten 1999 von einer internationalen Jury den Titel „Sportwagen des Jahrhunderts“. Mit dem zugehörigen Hardtop, kann der Roadster auch im Winter gefahren werden.
Insgesamt wurden 2316 Mercedes 300 SL Roadster gebaut, genau 458 Exemplare mehr als vom großen Bruder, dem 300 SL CoupĂ©.