Motorinstandsetzung – Kolbenbolzen richtig einpressen


Beim Einbau eines Kolbenbolzens sind die Bolzenpassungen zu beachten. So gibt es Kolben mit einem Spiel von 0,005 bis 0 mm, bei denen sich ohne großen Kraftaufwand ĂŒber einfachen Fingerdruck der Bolzen eindrĂŒcken lĂ€sst.


Bei einem Spiel von 0,005 bis 0,0075 mm ist der Bolzen so locker, dass er locker in der FĂŒhrung hin und her gleitet. Schwieriger ist dies bereits bei Übermaßen zwischen 0 und 0,005 mm . Hier kann der Bolzen nur mit mechanischen und thermischen Hilfsmitteln eingesetzt werden. Der Kolben oder das Pleuelauge muss in diesem Falle entsprechend Heiß gemacht werden. Das Pleuelauge nimmt den Bolzen auf. Um eine gute Laufleistung zu erhalten, ist das Pleuelauge meist mit einer eingepressten Buchse aus Bronze versehen.

Der Kolbenbolzen ist das VerbindungsstĂŒck zwischen Kolben und Pleuel. Er muss die Kolbenkraft und die Belastung wĂ€hrend der Motorenarbeit tragen und auf das Pleuel ĂŒbertragen.

Um nun eine Kolbenbolzen mit Übermaß in ein Pleuelauge und Kolben einzusetzen, mĂŒssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Eine Vorrichtung muss gebaut werden. Professionelle Motoren Restaurationsbetriebe haben eine große Auswahl an solchen Vorrichtungen. Sinn dieser Vorrichtung ist es, den Bolzen zu fĂŒhren. Dazu wird in einen Sockel mit einem Rohr ein passender FĂŒhrungsbolzen mit einer Feder und entsprechenden Beilagscheiben angepasst. In eingedrĂŒcktem Zustand, soll der FĂŒhrungsbolzen die Einpresstiefe des Kolbenbolzens vorgeben. Dies bedeutet, das der Kolbenbolzen nicht zu weit aus dem Lager stehen darf, da ansonsten die ZylinderbĂŒchse beschĂ€digt wird.

Nun werden die nĂ€chsten Vorbereitungen getroffen. Das Pleuelauge wird mit einem scharfen Stahlschaber entgratet. Alle scharfkantigen Grate sind damit beseitigt. Das Pleuelauge wird anschließend gehont, um jegliche BeschĂ€digung zu beseitigen.

Der nĂ€chste Arbeitsschritt ist nur zu Dritt ausfĂŒhrbar. Die Kolben, Pleuel und Bolzen liegen nun vorbereitet bereit. Alle Pleuel sind markiert, um die Laufrichtung und Einbaurichtung zu berĂŒcksichtigen. Diese entnimmt man am besten dem Werkstatt-Handbuch. Der Kolben wird auf die Vorrichtung gesetzt und das Pleuel vorbereitet. Dazu muss das Auge sehr schnell erhitzt werden. Der Rest des Pleuels darf erst einmal nicht warm werden. Eine entsprechend heiße Flamme wird dazu eingesetzt. Diese Arbeit erfordert sehr viel Wissen und Erfahrung, denn durch die heiße Flamme kann auch das Auge schweren Schaden nehmen. Daher raten wir, eine Fachwerkstatt fĂŒr solche Arbeiten aufzusuchen.

Das Pleuelauge wird nun schnell dem Kolben angepasst und der Bolzen zĂŒgig eingedrĂŒckt. Durch die Blockierung an der Vorrichtung kann der Bolzen nicht durchrutschen. Der Bolzen sitzt nun perfekt in dem Pleuelauge und in seiner KolbenfĂŒhrung. Nun muss alles langsam abkĂŒhlen. Vorsicht, nun ist alles sehr heiß und kann zu Verbrennungen fĂŒhren. Kolbenbolzen nehmen die Hitze sehr schnell an und geben Sie weiter.

Dieser Filmbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit:

Firma Altmann Zylinderschleiferei GmbH
Dieselstraße 3
85276 Pfaffenhofen a.d.Ilm
Tel. 08441/9734
Fax. 08441/76834
E-Mail: info@altmann-gmbh.net