Blecharbeiten – Umformen mit Hilfe einer Klopf-Form Teil 1


Über eine 3D Datenerfassung eines Fahrzeugs lĂ€sst sich mit modernen technischen Hilfsmitteln sehr leicht in jedem Maßstab eine Klopfform eines Fahrzeugs herstellen. Mit Hilfe spezieller Programme wird eine solche Klopfform vorbereitet.

Die Klopfform ist nicht, wie der Name vielleicht vermuten lĂ€sst, dazu da darauf das Blech zu klopfen, sondern um das Blech wĂ€hrend der Umformarbeiten immer wieder auf Passgenauigkeit zu ĂŒberprĂŒfen.
Eine solche Klopfform haben wir fĂŒr kommende Videos zu dem Thema Umformarbeiten mit Blech, im MakerSpace in Garching bei MĂŒnchen hergestellt. Die dazu notwendigen 3D Daten und Schnittdaten fĂŒr den Lasercutter (oder fĂŒr grĂ¶ĂŸere Formen im CNC FrĂ€ssytem) wurden mit Hilfe von Autodesk Programmen vorbereitet. Es entsteht einen sogenannte STL Datei, die entsprechende zweidimensionale Daten enthĂ€lt, um die einzelnen Teile mit Hilfe eines Lasercutters aus Holz auszuschneiden.
Die entstehenden Spannten werden zusammengesetzt und verleimt. Das Resultat ist eine dreidimensionale Klopfform fĂŒr die Umformarbeiten. Um nun das Blech entsprechend vorzubereiten, wird mit Klebeband der Bereich ĂŒberklebt, der anschließend geformt werden soll. Das Klebeband wird kreuzweise und in mehreren Schichten aufgetragen. Nimmt man nun vorsichtig das Klebeband ab, erhĂ€lt man die Form des Blechteils. Noch sind manche Stellen der Schablone gewölbt. Diese Wölbungen sind zwar anschließend beim Umformen des Blechs zu ĂŒbernehmen, doch wĂŒrde man die Schablone so ĂŒbertragen wie sie ist, wird das Blech zu klein sein. Mit einer Schere werden am Rand entlang im Bereich der Wölbung kleine Einschnitte hinzugefĂŒgt. DrĂŒckt man die Schablone nun flach, erkennt man, dass sich die FlĂŒgel auseinander spreizen. Diese leeren Bereiche zwischen den entstandenen FlĂŒgeln stellen dar, in welchen Bereichen das Blech gestaucht werden muss. Das Stauchen ist eine geeignete Technik, die Wölbung des Blechs zu formen. Da beim Stauchen auch Material geschrumpft wird, muss rund um die Schablone ca. 1 bis 2 cm Rand dazugegeben werden. ÜberschĂŒssiges Material wird spĂ€ter abgeschnitten.

An der Stauchmaschine wird nun der Rand, der deutlich eingezogen werden muss, von innen nach Außen gestaucht. Je weiter die Stauchbacken den Rand des Blechs erreichen, desto mehr wird gestaucht. Man erkennt sehr schnell eine entstehende Wölbung. Da der KotflĂŒgel aber im vorderen Bereich deutlich stĂ€rker gewölbt ist, wird nun auf einem Sandsack das Blech mit einem Kugelhammer weiter geformt.

Im nĂ€chsten Schritt wird die Oberkante des KotflĂŒgels abgerundet. Dazu wird an einem T-Amboss mit einem Kunststoffhammer das Blech rund getrieben. Der Kunststoffhammer verhindert ein Auseinandertreiben des Materials wĂ€hrend der Umformarbeiten.

Zwischendurch wird das Blech immer wieder an der Klopfform angehalten und die Passgenauigkeit ĂŒberprĂŒft. An den RadlĂ€ufen muss noch eine Sicke ausgeformt werden. An einem Amboss wird mit einem Kugelhammer die Sicke in das Blech getrieben. Die Rundung entsteht indem die Kante der Sicke entlang der Kante des Amboss gefĂŒhrt wird. Das Blech wird stĂŒckweise soweit umgeformt, bis die entsprechende Wölbung erreicht ist.
Jetzt wird das Blech nochmals an die Form angepasst. Zwar ist das Blech noch sehr uneben, aber die Grundform ist soweit umgeformt, dass sie passt. Auf einem Rundamboss wird nun das Blech grĂŒndlich mit einem GlĂ€ttehammer geglĂ€ttet. Der erste Teil des Musterbeispiels ist fertig. Diese Übungen dienen dazu, Umformtechniken zu verstehen und anzuwenden.