Der 1920 Anderson Six Roadster – ein National Historic Vehicle


Studenten des College of Charleston arbeiteten mit der Historical Vehicle Association (HVA), um den 1920 Anderson Six Roadster ins National Historic Vehicle Register anlĂ€sslich des 100. Geburtstags der Automobilindustrie in South Carolina (1916 – 2016) aufzunehmen. Der Anderson, Baujahr 1920, ist eines von nur sieben verbliebenen Exemplaren des ersten Autobauers aus South Carolina. Der Anderson 1920 ist das erste Automobil, das auf Grund seiner lokalen und regionalen historischen Bedeutung im National Historic Vehicle Register aufgenommen wird.
3-anderson-3_4-front-view
Die beteiligten Studenten sind in den American Automotive History and Documentation Kurs eingeschrieben, der im September vom College of Charleston Historic Preservation ins Leben gerufen wurde. Der Kurs wurde möglich durch eine Partnerschaft mit der Historic Vehicle Association und ist vermutlich der erste Automobil-Restaurations-Kurs der in den Vereinigten Staaten angeboten wird. Das National Historic Vehicle Register fĂŒhrt Automobile wie den 1964 Shelby Cobra Daytona CoupĂ© Prototyp, PrĂ€sident Reagan Willy’s „Jeep“ CJ-6, die erste PrĂ€sidenten-Limousine, ein 1909 White Stream Car, den Buick Y-Job und den Marmon Wasp – der erste Sieger von Indianapolis.

Von 1916 bis 1925 wurden insgesamt ca. 5.500 Anderson-Autos in Rock Hill, SC, produziert. Unter dem Motto „Ein wenig teurer, aber made in Dixie“, waren Anderson Autos in der Tat die luxuriöse Alternative des SĂŒdens zu den Massenmarkt-Fahrzeugen aus Detroit. Das zeigte sich u.a. durch die Verwendung von Mahagoni, South Carolina Hickory, Premium-Leder und anderen hochwertigen Ausstattungsmerkmalen. Der Hersteller bot auch interessante Farbschemata fĂŒr die Automobile an und lockte die KĂ€ufer mit einer vielfĂ€ltigen Farbauswahl wie Lila, Blau und Gelb.

John Gary Anderson war nicht nur ein Fabrikant und Erfinder sondern auch ein Dichter und Bildhauer. Seine Autos hatten zahlreiche Innovationen, darunter einen elektrischen Scheibenwischer – Jahre bevor Ford diese Technologie anbot. Andere Ausstattungen von Anderson waren elektrische SchiebedĂ€cher, ein am Boden angebrachter Scheinwerfer-Dimmerschalter (den er erfand) und ein besonderer RĂŒckspiegel. Außerdem gab es einen Onboard-Kompressor, der durch das Fahrzeuggetriebe angetrieben wurde und zum Aufpumpen von Reifen verwendet werden konnte. FĂŒr andere Reparaturen gab es ein in die SeitentĂŒr integriertes Werkzeugset. Die KĂŒhlerhaube zierte ein Thermometer, bekannt als „Motormeter“ und war fĂŒr den Fahrer sichtbar. Innovation und Luxus hatten ihren Preis: Ein Anderson kostete von 1.650 Dollar (der FĂŒnfsitzer Tourenwagen) bis 2.550 Dollar fĂŒr die Limousine, im Vergleich zu den 345 bis 760 Dollar, die das moderne Modell T von Ford kostete.

Das Anderson Six Cabrio 1920 ist bemerkenswert gut erhalten und ist das einzige bekannte verbliebene Exemplar einer der innovativsten Karosserien dieser Marke. Basierend auf einem US-Patent aus dem Jahr 1916, konnte die Karosserie schnell von einem eleganten Roadster in einen FĂŒnfsitzer-Tourenwagen umgewandelt werden.