Wenn Bullis hinter Bullis fahren 



Der VW Bus, besser bekannt als „Bulli“, wurde am Wochenende in Wolfsburg von seinen Fans mit einem Festival gefeiert, denn er wird 70 Jahre alt. Dabei wird der Bus, dessen Serienfertigung einst im Jahre 1950 im VW-Werk in Wolfsburg begann, schon lange nicht mehr dort gebaut. Seine Produktion wurde 1956 ins neue Werk nach Hannover verlegt.

Kaum ein anderes Fahrzeug ist so klassenlos und variabel einsetzbar, vom Reisemobil bis zum gepanzerten Geldtransporter reicht die Palette. Und wohl kaum ein anderes Modell eines Herstellers versammelt auf Treffen eine so große Zahl an Besitzern und Fans. Eine vierstellige Zahl von ihnen reiste aus aller Welt an, um den 70. Geburtstag der Automobilikone „1. Bulli Summer Festival“ zu feiern. Mit dabei waren in Wolfsburg Familien, Surfer, Studenten und (Alt-)Hippies. Denn der VW Bus ist mehr als ein Transporter, er ist Kult. Gut erhaltene T1 erreichen locker sechsstellige Euro-Preise. In Wolfsburg waren alle Modellgenerationen vertreten. Den Abschluss der Veranstaltung bildete gestern ein großer Konvoi, in dem 350 Fahrzeuge von Wolfsburg nach Hannover rollten.

Zur Entstehung des Spitznamens Bulli gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, dass der Name eine Kombination aus den Begriffen Bus und Lieferwagen sei. Eine andere behauptet, dass sich der Name vom Adjektiv bullig ableite und dass Mitarbeiter von VW den Bus wĂ€hrend der Entwicklung des T1 (so die offizielle Bezeichung) so genannt haben. Fakt ist, dass VW bis 2007 den Spitznamen offiziell nicht verwenden durfte. Die Namensrechte lagen bei KĂ€sbohrer mit Sitz in Laupheim. Dort werden Fahrzeuge zur Pflege von Skipisten produziert, die weltweit in Wintersportgebieten zum Einsatz kommen und Pistenbully heißen. Vor zehn Jahren, zum 60. Geburtstag des Autos verkaufte KĂ€sbohrer die Namensrechte an VW.

Die Story des Bulli startet 1947 mit der inzwischen legendĂ€ren Zeichnung des damaligen niederlĂ€ndischen VW-Generalimporteurs Ben Pon. In seinem Notizbuch skizzierte Pon seine Vorstellung eines Transporters. Inspirieren liess er sich durch einen im VW-Werk fĂŒr den internen Transport eingesetzten „Plattenwagen“. Bon regte an, auf einem herkömmlichen Pkw-Fahrgestell einen Transporter mit viel Platz und einer Zuladung von 750 Kilogramm zu bauen. Der Bulli war geboren, 1950 startete seine Serienfertigung – als T1 – im VW-Werk in Wolfsburg. Seine Technik stammte weitgehend vom KĂ€fer.