Zwei Tage historischer Motorsport


Am vergangenen Wochenende fand die 75. Mitgliederversammlung der „Goodwood“-Familie statt. Es war das vierte, moderne Goodwood-Mitglieder-Treffen auf der West-Sussex-Rennstrecke, mit einer Reihe von spannenden Rennen fĂŒr historische Rennmaschinen. Die Veranstaltung etabliert sich inzwischen als das dritte Event-Juwel im Goodwood Motorsport-Kalender. Es ist kleiner und dadurch auch besser zugĂ€nglich als das große Sommerfest. Außerdem ist es weniger formell als die Herbst-Veranstaltung – und doch ist alles dabei, was der Motorsportfan liebt. Angefangen von einer super Rennstrecke, die sowohl dem Fahrer eines Vorkriegs-Boliden wie beispielsweise einem 19-Liter Fiat S76 von 1911 liegt und ebenso einem Porsche 911 GT1, den es ab 1998 gab.

„Erfinder“ des Goodwood Member Meetings in der neuen Form ist Goodwood-Besitzer Lord March, der die Veranstaltung im Jahr 2014 ins Leben rief, um die AtmosphĂ€re und Kameradschaft der ursprĂŒnglichen BARC-Mitglieder-Meetings auf der West Sussex Rennstrecke wieder zu beleben. Der britische Automobil-Rennclub veranstaltete zwischen 1949 und 1966 insgesamt 71 Veranstaltungen. Die Nummerierung wurde in die Moderne weitergetragen wodurch das diesjĂ€hrige Treffen das 75. ist.

In drei Paraden wurden die legendĂ€rsten Perioden der Motorsportgeschichte gefeiert. Die erste widmete sich den 3-Liter-Sport-Prototypen mit Ferrari, Alfa Romeo, Matra, Lola und Mirage. Die zweite namens „Legends of GT1“ brachte die Endurance-Rennwagen von Ende der 1990er und Anfang 2000s auf die Piste. Die letzte Parade war fĂŒr Group A Touring Cars, die in zwei Abschnitte aufgeteilt wurde, die erste fĂŒr frĂŒhe GpA Maschinen wie die Rover SD1, BMW 635CSI und Volvo 240 Turbo, und der zweite Teil fĂŒr spĂ€tere Autos wie die Ford Sierra Cosworth RS500 und BMW M3.

Neben den drei DemonstrationslĂ€ufen gab es ein Dutzend Rennen, darunter eines fĂŒr MotorrĂ€der. Den Samstag eröffnete das Rennen um den Derek Bell Cup fĂŒr 1-Liter-Formel-3-Boliden. Andrew Hibberd ĂŒberwand einen Augenblick auf dem Gras, gleich in der Eröffnungsrunde und gewann so mit seinem Brabham BT18 38.335 Sek. Sam Wilson (Tecno) und Peter Thompson (Brabham) lagen auf Position 2 um nur 0,36 Sekunden zurĂŒck.Rennen 2 ging um die Gerry Marshall Trophy. Hier siegte Gordnon Shedden mit Chris Ward im Rover SD1. In Rennen 3, dem Weslake Cup fĂŒr A-Serien und GT Cars zwischen 1958 und 1966, musste die rote Fahne geschwenkt werden, um verunglĂŒckte Fahrzeuge zu entfernen – danach dominierte James Colburn im Lenham Sprite GT das Rennen.

Um 1,06 Sekunden schneller als das Feld war Andre Hibberd bei der Brabham Trophy (Grand Prix Fahrzeuge zwischen 1954 und 1960).

Das Rennen fĂŒr MotorrĂ€der war die Hailwood Trophy fĂŒr Zweitakt-250ccm und 350ccm Grand Prix MotorrĂ€der, die zwischen 1970 und 1984 gebaut wurden. Es wurde von Mike Edwards auf einem Yamaha TZ350E dominiert.

Mit unglaublicher Power wartete der Delage DH V12 von Mathias Sielecki auf und wies den eigentlich flinkeren GN Curtiss von Patrick Blakeney-Edwards bei der SF Edge Trophy in die Schranken. FĂŒr viele Zuschauer war dieses das bemerkenswerteste Rennen des Treffens. Die Graham Hill Trophy fĂŒr GT Rennwagen (1960-66 ) ging an den TVR Griffith 400 von Mike Jordan und Mike Whitaker. Christian GlĂ€sel (Alfa Romeo Tipo B) gewann die Varzi Trophy fĂŒr französischen und italienischen Grand Prix und Voiturette Fahrzeuge (bis 1939).